Waschen ist eine zentrale pflegerische Aufgabe. In der anthroposophischen Pflege verstehen wir das aber nicht nur als hygienische Notwendigkeit, sondern als eine besondere Form der pflegerischen Zuwendung. Als ein Ritual, das den Tag ebenso wie Essen, Aufstehen und Schlafen rhythmisch gliedert und die Lebenskräfte anregt.

Gesicht Hand
Gewaschen werden dient nicht nur dem Sauberwerden, sondern vermittelt ein rundum heiles Körpergefühl - gerade für einen versehrten oder in seiner Funktion beeinträchtigten Körper.

Wir beachten dabei auch vermeintliche Kleinigkeiten wie: Soll das Waschwasser eher lauwarm oder körpertemperiert sein? Welcher Zusatz ist sinnvoll: zum Beispiel anregender Rosmarin oder beruhigender Lavendel? Auch der Druck und die Art, wie der Waschhandschuh über die Haut gleitet, erfordert Beachtung: kreisendes Massieren auf größeren Flächen an Rücken, Brust und Bauch vertieft die Atmung und fördert die Entspannung.

Eine solche Waschung ist nicht nur eine willkommene Erfrischung für Schwerkranke oder eine heilsame Abkühlung bei hohem Fieber. Sie fördert eine positive Selbstwahrnehmung, regt die Sinne an und vermittelt ein wohliges, rundum heiles Körpergefühl.